Vereinsgeschichte

Der Imkerverin Paderborn wurde bereits 1899 gegründet. 
In dieser Zeit hat sich politisch einiges getan, aber auch das Imkern grundlegend verändert. 
Wenn man in den Chroniken liest, sieht man Veränderungen, Bleibendes und Wiederkehrendes.



Vereinsgründung 12.03.1899

Am 12. März 1899 wurde vom Lehre Wibbeke aus Dörenhagen mit 24 Gründungsmitgliedern der Verein „Imkerverein Paderborn und Umgebung" aus der Taufe gehoben. Der neue Verein trat sogleich dem „Westfälischen Hauptverein für Bienenzucht" bei.

1900 wurden in dem jungen Paderborner Imkerverein schon 45 Mitglieder gezählt.
Der Verein erhielt 1901 eine ganz erhebliche Verstärkung durch den Beitritt des Imkerverein Westenholz und konnte nunmehr 100 Mitglieder aufweisen.

In den Gründerjahren lag der Schwerpunkt der Vereinsarbeit in der Schulung seiner Mitglieder. Es war die Zeit der Entwicklung des mobilen Rähmchens und der Umstellung der Imkereien von der Korbimkerei zu Holzbeuten. Der Imker lernte mit herausnehmbaren Waben „mobil" zu arbeiten. Beutenart, Beutengröße und Rähmchenmaß bildeten Gesprächsstoff vieler Jahre. Die Honigschleuder hielt Einzug in die Imkerei.


1. Weltkrieg

1910 musste Lehrer Wibbeke aus dienstlichen Gründen den Vorsitz des Vereins aufgeben. Neuer Vorsitzender wurde der Ratsherr Stille, der in einer unruhigen Zeit die Vereinsvertretung übernommen hat und diese 1924 aus Altersgründen wieder abgibt.

Der 1. Weltkrieg (1914 - 1918) mit seinen Folgen erschwerte auch die Arbeit der Imker. Viele Völker gingen wegen Zuckerknappheit ein, eine Winterfütterung war erheblich erschwert und teilweise unmöglich. Trotz der erheblichen Belastungen der Imkereien gelang es 1917 den Lazaretten in Paderborn 555 (!) Pfund Honig zu spenden.

Nach Kriegsende war Selbsthilfe zur Futterbesorgung gefordert und so wurde auf Anregung des Landgerichtsrates Dr. Kremer, des Lehrers Suermann und weiterer Vereinsmitglieder die Imkereigenossenschaft e.G.m.b.H. Paderborn gegründet, die den für die Winterfütterung nötigen Zucker besorgte.

Nachdem am 3. Februar 1924 der Ratsherr Stille seinen Vorsitz aufgegeben hatte, wurde der Lehrer Suermann einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. Leider verstarb er bereits am 2. Mai 1924. Zu dieser Zeit zählte der Verein 250 Mitglieder.


2. Weltkrieg

Es nahte der politische Umschwung des „3. Reiches" und damit gingen auch tiefe Eingriffe in die Vereinsstruktur und das Wesen des Paderborner Imkervereins einher. Durch ministerielle Verfügungen erfolgte eine zwangsweise Angliederung aller Imkervereine an den Reichsbund zur Reichsfachgruppe Imkerei.

Aus dem Paderborner Imkerverein wurde die Paderborner „Ortsfachgruppe Imker", aus dem Vereinsvorsitzenden der „Vereinsführer". Die „Ortsfachgruppe" hatte nun die Imkerei nach Weisungen zu betreiben; für Zucht, Bienenhaltung und Rähmchenmaß gab es nun Richtlinien. Leider wurden alle Unterlagen des Vereins aus den Jahren 1924 - 1945, die der damalige Schriftführer Soemer in Obhut hatte, bei den verheerenden Bombenangriffen auf Paderborn im Jahre 1945 vernichtet.

Der 2. Weltkrieg hatte auch zu einem Zusammenbruch der Paderborner Imkerei geführt. Wie in anderen Lebensbereichen auch, wurde in der Imkerei 1945 aus Resten zusammengesucht, was zu gebrauchen war, und mit primitiven Mitteln neu begonnen. Von stolzen 1340 Völkern waren 640 geblieben.


Varroamilbe und die 80er Jahre

1981 wird in einigen Bienenvölkern erstmals ein Befall durch die Varroamilbe festgestellt und fordert die Imker heraus. Dem verlockenden Angebot der Pharmaindustrie zur Milbenbekämpfung folgen die Imker des Imkervereins Paderborn nicht.

 

Die Paderborner Imker erüben mit biotechnischen Maßnahmen wie der Entnahme von Drohnenwaben, Bildung von Brutablegern und einer Behandlung mit Ameisensäure nach der Honigernte eine Gegenwehr, die sich im Ergebnis als genauso wirksam erweist, aber eine Völker schonenede und rückstandsfreie Bienenhaltung erlaubt. Rückstandsfrei heisst hier, dass insbesondere Honig und Wachs keine Reste der Medikamente aufweisen.

 

Der Imkerverein Paderborn gehört zu den ersten Vereinen, die diese Verfahren erprobt und erfolgreich angewendet haben und noch heute anwenden. Früher oft angezweifelt und häufig belacht hat der Verein einen Weg gefunden, der dann Anerkennung brachte und heute viele Nachahmer gefunden hat.


Vereinsbienenstand und 90er Jahre

Unter der Vereinsleitung von Gerhard Voß bauen die Mitglieder des Imkerverein Paderborn in Eigenleistung, insbesondere des 2. Vorsitzenden Fritz Mühlenkamp und Karl Gaensch das Vereinshaus. In den 90er Jahren wird diese Arbeit von Heinrich Beckmann und Otto Tingelhoff weitergeführt. Dieser eherenamtlichen Tätigkeit verdanken wir unser heutiges Vereinsheim, eine Blockhütte mit Bienengarten, in dem unsere Mitglieder bis zu 15 Bienenvölker aufstellen können.

 

Seit der Errichtung dieses Vereinsheimes treffen sich die Mitglieder des Imkerverein Paderborn jeden Sonntag vormittags ab 10.30 Uhr zum freien Imkertreff, bei dem Gäste immer willkommen sind und nicht nur imkerliche Themen besprochen werden.

 

Dieser Termin lebt jetzt seit über 20 Jahren. Gäste sind nach wie vor herzlich Willkommen!


Landesgartenschau und 100 jähriges Jubiläum

1987 wird Karl-Josef Voß zum 1. Vorsitzenden gewählt. Dem Verein gehören zu dieser Zeit 64 Mitglieder mit 635 Völkern an. 1988 wird der Geräteraum des Vereinsheims zu einer Küche umgebaut, was dem Vereinsleben völlig neue Impulse gibt.

 

Das Vereinsheim wird zu einer echten Begegnungsstätte der Paderborner Imker, wird aber auch Lernort für Schulen und Mitbürger. Der Lehrer und Imker Hans Etteler gibt Schulklassen Einblicke in das faszinierende Sozialleben der Bienen und ihre große Bedeutung für Kultur und Natur.

 

1994 ist Paderborn Gastgeber der Landesgartenschau. Nach monatelangen Vorbereitungsarbeiten, an denen auch Paderborner Imker unter der Mitwirkung von Hans Ettler intensiv mitgewirkt haben, betreuen die Imkervereine des Kreises Paderborn einen Bienenstand auf dem Gartenschaugelände. Monatlich wurden Schwerpunkte gelegt, wie Königinnenzucht, Völkerbildung, Wachsgewinnung und Mittelwandherstellung sowie biologische Varroabekämpfung. Am 17. Sep 1994 findet die Züchtertagung des Landesverbandes Westfälisch - Lippischer Imker im Gartenschaugelände statt mit dem Referenten und Berufsimker Alois Wallner (Niederöstereich).

 

Am 14. und 15. August 1999 feiert der Imkerverein Paderborn in der Friedrich-von-Spee-Gesamtschule sein 100 jähriges Jubiläum. Das Grußwort spricht Bürgermeister Wilhelm Lüke.

 

2002 wird Manfred Maus zum 1. Vorsitzenden des Vereins gewählt, Karl-Josef Voß bleibt dem Vorstand als Schatzmeister erhalten. 2002 zählt der Imkerverein Paderborn 45 Mitglieder mit 330 Bienenvölkern

 


2014 bis 2018

2014 übernimmt Günther Kley den Vorsitz des Vereins. Auch die Positionen Stellvertreter, Schriftführer und Kassierer werden neu besetzt. (s. unter Ansprechpartner) Der Verein errichtet im Vereinshaus einen Schleuderraum, der insbesondere Neumitgliedern mit wenigen Völkern zur Verfügung steht. Wichtig ist die Betreuung der Neumitglieder, die sich stets an die "alten Hasen" mit ihren Fragen und Problemen wenden können. Jeweils Sonntags ab 10.30 Uhr bis ca. 12.00 Uhr finden sich etliche Mitglieder im Vereinshaus zum Erfahrungsaustausch.

 

2016 haben wir schon 73 Mitglieder, die insgesamt etwa 400 Bienenvölker betreuen. Und die Mitgliederzahl wächst stetig, wobei insbesondere erfreulich ist, dass vermehrt junge Frauen den Weg zur Imkerei finden.

Bis 2018 ist die Mitgliederzahl auf über 80 gestiegen. Sie betreuen insgesamt 447 Bienenvölker.


120 jähriges Jubiläum 2019

Im Jahr 2019 feiert der Imkerverein Paderborn e.V. sein 120 jähriges Jubiläum.

Mit nun mehr als 87 Mitgliedern und neue gewähltem Vorstand wird der Verein sein 120 jähriges Jubiläum zum 01.09.2019 feiern.

Hierzu ist am Samstag ein Vortrag und am Sonntag das Sommerfest mit Jubiläum geplant.

 

Der aktuelle Vorstand besteht aus dem 1. Vorsitzenden Günther Kley, dem 2. Vorsitzenden Michael Robrecht, dem Kassenwart Sebastian Göbel und der Schriftführerin Almut Gröning.